DB-Konzernspitze will gegen Exmanager der Berliner S-Bahn vorgehen, die ihre Renditevorgaben konsequent umsetzten
Klappern gehört zum Handwerk eines Vorstandsvorsitzenden. Ungeachtet der Tatsache, daß sowohl der ICE-Fernverkehr als auch die Berliner S-Bahn seit Monaten nur noch stark eingeschränkt funktionsfähig sind, erklärte Rüdiger Grube am Montag in der Bild-Zeitung: »Die Deutsche Bahn gehört unverändert zu den besten Bahnen der Welt.«
Die leidgeprüften Kunden der Berliner Nahverkehrstochter des Konzerns werden darüber wohl nichtmal mehr lachen können. Noch immer stehen nur wenig mehr als die Hälfte der für einen Regelbetrieb notwendigen Fahrzeuge zur Verfügung. Einige Linien werden überhaupt nicht bedient, andere mit ausgedünnten Takten und drastisch verringertem Platzangebot.
Heute will die Bahn AG einen Untersuchungsbericht der von ihr beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zu den Ursachen des Desasters veröffentlichen. Laut Vorabinformationen kommen die Prüfer zu dem Schluß, daß die Leitung der Bahn-Tochter über Jahre systematisch Mißmanagement auf Kosten der Sicherheit betrieben hat. So seien bei Testfahrten zur Belastbarkeit der Achsen »Ergebnisse« gemeldet worden, die einer Überprüfung nicht standhalten. Bereits länger bekannt ist der systematische Pfusch bei der Wartung und Instandhaltung, der teilweise mit gefälschten Protokollen kaschiert werden sollte.
Es zeichnet sich ab, daß es personelle Konsequenzen geben wird. Denn die vor einigen Monaten abgelösten Manager der S-Bahn wurden bislang lediglich konzernintern versetzt oder bei Weiterzahlung der Bezüge suspendiert. Es wird damit gerechnet, daß der Aufsichtsrat der Bahn-Tochter in Kürze die Entlassung der Mitglieder der alten Geschäftsführung und einiger leitender Mitarbeiter beschließen wird. Köpfe rollen könnten auch auf Konzernebene, bei dem für die Berliner S-Bahn zuständigen Bereich DB Stadtverkehr. Möglich ist auch, daß einzelne Manager für die entstandenen Schäden persönlich haftbar gemacht werden sollen. Ungemach droht ihnen auch strafrechtlich: Seit Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einige Verantwortliche wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr; ein Delikt, welches immerhin mit zehn Jahren Gefängnis bestraft werden kann.
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http://www.jungewelt.de/2010/02-23/021.php
Der Mitlogger: Die gleichgeschaltete Presse wie zB das ZDF berichten da kurz im Heute Journal und sagen einfach die Sätze, wie Sie die Bahn vorgegeben hat. Das S-Bahn Management war Schuld und die Bahn wird das ab jetzt alles selbst machen und dann Standards garantieren. Ja sind wir denn bei der Märchenstunde?