Noteinrichtungen wird der Hahn abgedreht
Mehr Obdachlose, weniger Mittel: Berliner Kältehilfe bittet um Unterstützung
Der Winter kommt. Während die Temperaturen sinken, wächst die soziale Kälte rapide. Dies machten Vertreter der Berliner Kältehilfe am Donnerstag in der Hauptstadt deutlich. Unmittelbar bevor am 1. November 70 Berliner Kirchengemeinden und soziale Einrichtungen ihre Türen für Obdachlose öffnen werden, mahnte Pfarrer Peter Storck, daß zahlreiche Hilfsprojekte bedroht seien. Der 20. Jahrestag der Berliner Kältehilfe sei kein Anlaß zur Freude: »Wir haben einiges erreicht, aber es gibt noch viel zu tun.«
Ab November stehen täglich zwischen 300 bis 400 Übernachtungsplätze für Wohnungslose zur Verfügung. Doch für die beteiligten Hilfswerke Caritas und Diakonie ist das aufgrund einer wachsenden Zahl an Bedürftigen »nicht genug«. Allein in Berlin gebe es 10000 Wohnungslose. Ein Großteil käme in Obdachlosenunterkünften, Wohngemeinschaften und Heimen unter. Aber eine unbekannte Anzahl fände nachts keinen warmen Schlafplatz, teilte Hermann Pfahler, Referent für die Wohnungslosenhilfe mit. In den Einrichtungen werde den Bedürftigen zudem nicht nur Schutz vor niedrigen Temperaturen geboten, sondern auch Hilfe zur sozialen Integration und Verpflegung. Hier zeige sich für Peter Storck eine neue Form der Armut, denn immer mehr Hartz-IV-Empfänger seien auf Lebensmittelspenden angewiesen. Diesen Ansturm könne man wegen fehlender Sachmittel kaum noch bewältigen.
Trotz der wachsenden Zahl von Hilfebedürftigen rechne man mit zahlreichen Kürzungen im Sozialbereich. So stehe im Berliner Stadtbezirk Mitte das Nachtcafé »Unter Druck« unmittelbar vor der Schließung, während Tagesstätten mit immer weniger Sozialarbeitern auskommen müßten, machte Storck deutlich.
mehr in der junge Welt:
http://www.jungewelt.de/2009/10-30/044.php






