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Sprungbrett ins Leere

In der Zeitarbeitsbranche sind Hunderttausende Jobs weggebrochen. Kaum Kündigungsschutz durch kurze Beschäftigungszeiten. DGB beklagt falsche Versprechungen

So viel Krise wie in der Zeitarbeit ist nirgendwo. Einst als »Jobmaschine« gefeiert, ist sie für die Gewerkschaften heute der »Vorreiter des Personalabbaus«. Seit dem Beginn der ökonomischen Talfahrt wurden in keiner anderen Branche mehr Arbeitsplätze vernichtet als im Bereich der Leiharbeit. Nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) brachen binnen von nur zehn Monaten rund 30 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Stellen weg. Waren es auf dem Höchststand der Entwicklung im Juli 2008 noch 722500, schwand die Zahl auf 508000 im April dieses Jahres. Damit seien die zwischenzeitlich starken Beschäftigungsgewinne seit Mitte 2006 »in weniger als einem Jahr wieder verloren« gegangen, konstatiert Wilhelm Adamy, Leiter des Bereichs Arbeitsmarktpolitik beim DGB-Bundesvorstand, in einer aktuellen Analyse.

Ein Ende des Kahlschlags ist nicht in Sicht. Adamy geht von mittlerweile weniger als 500000 verbliebenen Arbeitsplätzen im Juli aus, womit das Niveau von vor drei Jahren erstmals unterschritten wäre. Damit sei der »Traum vieler Menschen auf einen dauerhaften Arbeitsplatz ausgeträumt«, schreibt der Gewerkschafter. »Die Leiharbeitskräfte werden jetzt noch weit schneller entlassen als sie bei guter Konjunktur eingestellt wurden.« Ursache der Misere ist nach Auskunft des DGB-Arbeitsmarktexperten Johannes Jakob die in diesem Sektor verbreitete »Politik des Heuerns und Feuerns«. Die Unternehmer stellten ihre »eigens gerühmte Flexibilität damit unter Beweis, daß sie die Leute von heute auf morgen auf die Straße setzen«, erläuterte er gegenüber junge Welt. Die Beschäftigungszeiten seien in aller Regel derart kurz, daß »so gut wie kein Kündigungsschutz greift«.

http://www.jungewelt.de/2009/07-30/027.php

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