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Probleme abgewälzt

Seit dem tränenreichen Auftritt der Milliardärin Maria-Elisabeth Schaeffler vor ihrer Belegschaft hat auch bei dem einst gewerkschaftsfeindlichen Maschinenbaukonzern die »Sozialpartnerschaft« Einzug gehalten. Wie Geschäftsleitung und Betriebsrat am Dienstag gemeinsam bekanntgaben, werden die Personalausgaben am Standort Schweinfurt um 50 Millionen Euro gekürzt. Laut einem Zeitungsbericht steht zudem fest, daß konzernweit 250 Millionen Euro pro Jahr auf Kosten der Arbeiter und Angestellten eingespart werden. Im Gegenzug verzichtet der durch die Conti-Übernahme ins Schlingern geratene Wälzlagerhersteller auf betriebsbedingte Kündigungen – vorerst.

Das Maßnahmenpaket, das der Schweinfurter Belegschaft am Dienstag auf einer Betriebsversammlung vorgestellt wurde, sieht vor, daß die Einsparungen »ausschließlich über natürliche Fluktuation, Aufhebungsverträge und Altersteilzeit sowie durch weitere Kurzarbeit, entgeltwirksame Verkürzung der Arbeitszeit und die Verschiebung der Tariferhöhung vom Mai 2009 erreicht wird«, heißt es in einer Pressemitteilung von Betriebsrat und IG Metall. Dafür sollen die Auszubildenden übernommen und Entlassungen bis Ende Juni 2010 ausgeschlossen werden. »Mit dieser Vereinbarung gewinnen wir Zeit. Wir haben betriebsbedingte Kündigungen verhindert, auch wenn die Belastungen für unsere Kolleginnen und Kollegen erheblich sind«, kommentierte Betriebsratschef Norbert Lenhard das Abkommen.

Ob es tatsächlich nicht zu Entlassungen kommt, muß sich allerdings erst noch erweisen. Man gehe davon aus, daß die Talsohle der wirtschaftlichen Entwicklung erreicht sei und sich die Märkte ab 2010 wieder leicht erholen, teilte das Unternehmen mit. Weiter heißt es jedoch: »Sollte sich diese vorsichtig positive Prognose im Laufe des Jahres als nicht haltbar erweisen, sind sich Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertreter darüber einig, daß weitergehende Maßnahmen erforderlich sein werden.« Diese könnten auch »die Gründung von Transfergesellschaften und betriebsbedingte Kündigungen mit einschließen«.

http://www.jungewelt.de/2009/07-29/058.php

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