»Rot-rotes« Lohndumping
am 31. Juli 2009 unter Leben/Politik abgelegt von Der MitloggerBerlin: Gewerkschaften fordern Angleichung der Entlohnung im Erziehungsdienst an das Niveau der anderen Länder und Kommunen. Verhandlungsbeginn am 24. August
Auf 600 bis 800 Euro brutto pro Monat schätzt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den Einkommensrückstand gegenüber dem Rest der Republik, den die Beschäftigten im öffentlichen Erziehungsdienst in Berlin mittlerweile verkraften müssen. Hintergrund ist der im Juli 2003 von ver.di und GEW mit dem Senat vereinbarte Anwendungstarifvertrag, der für den öffentlichen Dienst der Hauptstadt unter anderem eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich sowie die Abkopplung von der Vergütungsentwicklung in den Ländern und Kommunen vorsah. Ausgerechnet eine Koalitionsregierung aus SPD und Die Linke wurde somit zum Vorreiter für massiven Lohnabbau in diesem Bereich.
Während die Bediensteten in den anderen Ländern seitdem zwar bescheidene, aber kontinuierliche Lohnzuwächse verzeichnen konnten, gab es in Berlin lediglich 2008 kümmerliche 65 Euro mehr pro Monat. Und auch jetzt sollen Berlins Erzieher leer ausgehen, während der aktuelle Abschluß der Gewerkschaften mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden zur Eingruppierung im Sozial- und Erziehungsdienst ein durchschnittliches Lohnplus von 120 Euro pro Monat ergab.
Vor diesem Hintergrund beginnen am 24. August in Berlin die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst. Der Anwendungstarifvertrag läuft zum Ende des Jahres aus. Falls es zu keiner neuen Vereinbarung kommt, tritt automatisch der 2003 geltende Tarifvertrag wieder in Kraft, woran weder die Gewerkschaften noch der Berliner Senat ein Interesse haben, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
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