Kriegsgeflüster
Der Einsatz der AWACS-Überwachungsflugzeuge über Afghanistan und die deutsche Beteiligung daran werden immer wahrscheinlicher. Die Bundesregierung bestätigte am Dienstag einen Bericht der Stuttgarter Zeitung, demzufolge die Obleute der Bundestagsfraktionen im Verteidigungs- und Außenausschuß am Montag über die Anforderung des NATO-Oberbefehlshabers unterrichtet worden sind.
Weiter hieß es, die mögliche Anforderung der Flugzeuge mit High-Tech-Radar sei zunächst auf ein Jahr begrenzt – die übliche Mandatsdauer für Hindukusch-Einsätze. Als Stationierungsort wurde gestern auch die Golfregion ins Spiel gebracht, die Flugzeuge können schließlich neun Stunden in der Luft bleiben. Der zu überwachende Luftraum würde ganz Afghanistan umfassen, so daß ihr Einsatz auf jeden Fall vom Bundestag beschlossen werden müßte. Die Besatzungen bestehen zu 40 Prozent aus Offizieren der Bundeswehr.
Die Notwendigkeit für den Ausbau der deutschen Kriegsbeteiligung ergebe sich aus dem zunehmenden Flugverkehr, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Durch die verstärkte Truppenpräsenz der Besatzungsmächte sind immer mehr Bomber und Transportflugzeuge sowie unbemannte Drohnen unterwegs. Die Militärs wollen sämtliche Flugzeuge jederzeit identifizieren, kontaktieren und ihre Flugbewegungen koordinieren können. Mit der rudimentären afghanischen Flugsicherung sei die »Sicherheit des Luftraums« nicht mehr gewährleistet, so der Regierungssprecher.
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