Razzia bei der Telekom
Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungsverfahren wegen Spitzelaffäre ein
Die Deutsche Telekom gerät in der Bespitzelungsaffäre immer stärker unter Druck. Die Bonner Staatsanwaltschaft leitete am Donnerstag ein Ermittlungsverfahren gegen den Konzern ein. Demnach gehören auch der ehemalige Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke und der frühere Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Zumwinkel als mögliche Auftraggeber der Spionageaktionen zu den Beschuldigten. Zudem wurden mehrere Büros in Deutschland durchsucht, auch die Bonner Zentrale gehörte dazu. Laut Financial Times Deutschland (Donnerstagausgabe) sollen die Spitzelaufträge nicht nur wie bisher bekannt zwischen 2005 und 2006 erteilt worden sein, sondern bereits 2000 begonnen haben.
Nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft gehören der derzeitige Telekom-Chef René Obermann wie auch andere aktive Vorstandsmitglieder nicht zu den Beschuldigten. Laut Süddeutscher Zeitung (Freitagausgabe) wird gegen acht Beschuldigte wegen des Verdachts der Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses sowie das Datenschutzgesetzes ermittelt. Zumwinkel wie auch Ricke hatten wiederholt in den Medien dementiert, die Bespitzelungen in Auftrag gegeben beziehungsweise von ihnen gewußt zu haben.
Das Wirtschaftsmagazin Capital und die Financial Times Deutschland berichteten, daß die Observierungen bereits im Jahr 2000 begannen und weit über das für die Jahre 2005 und 2006 bekannte Auswerten von Telefonverbindungen hinausgegangen sind. Es sei jahrelang ein Spitzelsystem gegen Journalisten und Spitzenkräfte unterhalten worden.
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http://www.jungewelt.de/2008/05-30/053.php






