Bahn AG setzt Provokationen fort
am 26. Februar 2008 unter Leben/Politik abgelegt von Der MitloggerLokführergewerkschaft GDL soll Tarifzuständigkeit für Tochterfirmen aufgeben
Auch in ihrem nunmehr vierten Entwurf für einen Grundlagentarifvertrag verlangt die Bahn AG von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) die Aufgabe der Tarifführerschaft für alle Lokführer. Das teilte die GDL am Montag mit. In einem Sondierungsgespräch soll nunmehr geklärt werden, ob eine Annäherung der Standpunkte überhaupt möglich ist. Für den kommenden Freitag ist eine offizielle Verhandlungsrunde angesetzt.
GDL-Sprecherin Gerda Seibert bezeichnete gegenüber jW das Verhalten der Unternehmensleitung als »nicht mehr nachvollziehbar«. Offensichtlich gäbe es dort Planspiele, den Tarifvertrag für die Lokführer gegen die Wand zu fahren. Die Bahn will den Geltungsbereich dieses Vertrages dauerhaft auf die drei Spartentöchter Railion, Regio und Fernverkehr beschränken. Gleichzeitig sollen Lokführer vermehrt in anderen Töchterfirmen wie DB Zeitarbeit und DB Heidekrautbahn beschäftigt und mit Dumpinglöhnen abgespeist werden. Die Konzernspitze macht ihre Unterschrift unter die Tarifvereinbarung mit der GDL – die unter anderem eine elfprozentige Lohnerhöhung und die Verkürzung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde vorsieht – davon abhängig, daß die GDL ihre Vorbedingungen akzeptiert. Das ziele mittelfristig auf die Existenz der GDL und sei allein schon deshalb nicht verhandelbar, so Seibert. Das gilt auch für einen weiteren Knackpunkt: Nach wie vor verlangt die Bahn AG, daß die GDL ihre Tarifpolitik künftig mit den anderen Bahngewerkschaften »abstimmt« und auf höhere Forderungen als die Konkurrenz verzichtet.
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