Gier ohne Grenzen
am 29. Februar 2008 unter Leben/Politik abgelegt von Der MitloggerDie Kündigung Tausender Beschäftigter durch profitabel wirtschaftende Großkonzerne sorgt bei Gewerkschaftern und Politikern für Empörung. »Die angekündigten Massenentlassungen bei BMW, Henkel, Siemens und Telekom sind Folge des ungezügelten Kapitalismus«, so der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Oskar Lafontaine, am Donnerstag in einer Mitteilung. Die große Koalition setze dieser Entwicklung keinerlei Schranken und sei deshalb »mitverantwortlich, wenn führende Unternehmen Tausende auf die Straße setzen«.
Am Mittwoch hatte BMW angekündigt, 8100 seiner weltweit rund 80000 Beschäftigten loswerden zu wollen. Mit dem Kürzungsprogramm will der Autobauer nach eigenem Bekunden seine Umsatzrendite auf acht bis zehn Prozent steigern. »Wenn bei BMW eine Kapitalrendite von mehr als 26 Prozent und eine Umsatzrendite von acht bis zehn Prozent erreicht werden soll, zeigt das die Gier und die Maßlosigkeit der Konzerne, die jede Rücksicht auf die Lebensbedingungen der Beschäftigten und ihrer Familien zur Seite schieben«, kommentierte Lafontaine. Die Mehrheit der BMW-Anteile ist in Besitz der Familie Quandt – mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 20 Milliarden Euro eine der reichsten Industriellenfamilien Deutschlands.
IG-Metall-Chef Berthold Huber kritisierte: »Die Wirtschaftselite in unserem Land droht ihre Verankerung in der Gesellschaft zu verlieren.« Es sei ein Skandal, wenn Unternehmen trotz hoher Umsätze, brummender Produktion und hoher Renditen Jobs vernichteten, so Huber am Donnerstag in Frankfurt am Main. »Mit solchen Entscheidungen, ihren ausufernden Managereinkommen und mit Steuerflucht verstoßen sie gegen ethische Normen unserer Gesellschaft.«
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