Die große Enteignung
Der Zerstörungsfeldzug gegen die gesetzliche Rentenversicherung sorgt für einen stetigen Geldzufluß auf die Finanzmärkte. Bezieher kleinerer Einkommen werden um ihre Ersparnisse betrogen
Da sage keiner, der vielgelobte »Wirtschaftsweise« Bert Rürup habe kein soziales Herz. Ihn, der jahrelang den Totschlägern einer armutsfesten Rente die Instrumente gereicht hat, der nicht müde wurde, ihre undankbare Arbeit öffentlich immer wieder ins gute Licht zu rücken und durch fleißiges Anfeuern jeder Ermattung vorzubeugen, ihn packt es plötzlich. So leblos und tot wie die Rente jetzt am Boden liegt und nicht einmal mehr zuckt und stöhnt, nein, das ist auch wieder nicht gut, mag er sich gesagt haben. Wer 35 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung nachweise, fordert Rürup plötzlich, der solle im Alter auf jeden Fall »eine Rente geringfügig über dem Niveau der Grundsicherung« erhalten. Wo die Beiträge dazu nicht ausreichen, sollte der Rentenanspruch aus Steuermitteln aufgestockt werden. Die private Vorsorge aus den Riester-Verträgen dürfe dabei nicht angerechnet werden.
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