Warten auf den Richter
am 28. Oktober 2007 unter Leben/Politik abgelegt von Der MitloggerGDL stellt Bahn AG neues Ultimatum. Konzernvertreter lecken die Streikwunden. Geheimstudie bestätigt Furcht vor Privatisierungskahlschlag
Die Lokführergewerkschaft GDL hat der Bahn am Freitag ein neues Ultimatum gestellt. Falls bis Montag um 15.00 Uhr kein neues Angebot vorliege, werde man erneut über Streiks beraten, sagte der stellvertretende GDL-Vorsitzende Claus Weselsky in Frankfurt am Main. Als Verhandlungsgrundlage käme nur ein eigenständiger Tarifvertrag für das Fahrpersonal in Frage, betonte Weselsky. Die Gewerkschaft dementierte bei dieser Gelegenheit Presseberichte, laut denen es bis einschließlich Freitag keine Arbeitsniederlegungen geben soll. An diesem Tag verhandelt das Landesarbeitsgericht in Chemnitz über den Widerspruch der Organisation gegen eine erstinstanzliche Entscheidung, mit der der GDL Streiks im Fern- und Güterverkehr untersagt worden waren. Für den Fall einer erneuten Niederlage will die Gewerkschaft umgehend das Bundesverfassungsgericht anrufen.
Die Organisation zog eine positivie Bilanz des 30-Stunden-Streiks, der am Freitag um acht Uhr zu Ende gegangen war. »Die Züge blieben in Ostdeutschland fast flächendeckend stehen, auch im Westen gab es trotz des Einsatzes von Beamten starke Beeinträchtigungen«, erklärte Weselsky. Das zeige, daß die GDL-Mitglieder nach wie vor zu den Forderungen stünden. Hans-Joachim Kernchen, GDL-Bezirkschef für Berlin Brandenburg und Sachsen, zeigte sich am Freitag im RBB-Sender »Radio Eins« optimistisch über ein baldiges erfolgreiches Ende des Arbeitskampfes. »Ich sehe keinen einsamen und langen Kampf mehr«, erklärte der Gewerkschafter. Das gelte besonders, wenn es am Freitag zu einem positiven Gerichtsbeschluß über Streiks im Fern- und Güterverkehr käme. Andernfalls müsse man zunächst weiter den Nahverkehr bestreiken, denn es wäre »hirnrissig, wenn wir auf der halben Strecke stehenbleiben würden«. Am Ende müsse es einen eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer geben.
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