Netzwerk Freies Wissen verurteilt Beschluss aufs Schärfste
Aufs Schärfste verurteilt das Netzwerk Freies Wissen den heutigen
Beschluss des Europäischen Parlamentes. Dort war
heute die Richtlinie “IPRED2″ zur Durchsetzung geistiger
Eigentumsrechte beschlossen worden. Obwohl es eine Reihe von
Änderungsanträgen gegeben hatte, die von einer breiten Koalition
unterstützt worden waren, wurde das Gesetz quasi unverändert übernommen.
Das Gesetz sieht unter anderem vor,
Urheberrechtsverletzungen künftig auch strafrechtlich verfolgen zu
können. Zudem ist vorgesehen auch Dritte haftbar zu machen, wenn mit
denen von ihnen angebotenen Techniken Urheberrechtsverletzungen begangen
werden. Dies trifft beispielsweise auf Internet-Service-Provider oder
Internetseiten wie Youtube zu. Hierbei wird vor allem kritisiert, dass
das Gesetz sehr unpräzise gehalten sei und nicht ausreichend zwischen
privaten und gewerblichen Urheberrechtsverletzungen unterscheide.
“Diese Bestimmungen sind ein herber Schlag, vor allem gegen die jüngere
Generation. “, so Julian Finn,
Urheberrechtsexperte des Netzwerkes. “Insbesondere die
Rechtsunsicherheit, die hier durch schwammige Formulierungen geschaffen
wurde, wird zu fatalen Konsequenzen für die Internetkultur in Europa
führen”.
Neben der Unklarheit der Gesetze wird besonders kritisiert, dass sich
die strafrechtliche Verfolgung nun auch auf die Nutzer von
Internet-Tauschbörsen ausstrecken könne. “Diese Richtlinie zielt auch
auf Jugendliche, für die privates Tauschen seit Jahren zum Alltag
gehört”, fügt Finn hinzu und konstatiert: “Weil die einen
eine Generation nicht verstehen und die anderen ihre überholten
Geschäftsmodelle sichern wollen, wird den Schulhöfen der Krieg erklärt.
Das darf nicht sein”.
Das Netzwerk hatte zusammen mit der FairSharing-Kampagne schon im
Vorfeld dazu aufgerufen, EU-Parlamentarier per Mail zu kontaktieren um
zu protestieren und fordert Bürger dazu auf, dies im Hinblick auf eine
zweite Lesung auch weiterhin zu tun.
Mehr Informationen zu dem Thema:
FairSharing-Netzwerk: http://www.fairsharing.de